SV Sachsen 90 Werdau II - "Lebensbrücke" 22:14 (14:7)

Jens Chucher, Frank Antrack, Silvio Wiesner und die anderen Spieler der Handballmannschaft aus der diakonischen Behindertenwerkstatt „Lebensbrücke“ in Langenhessen hatten am Samstagnachmittag in der Sporthalle am Werdauer Gymnasium richtig Spaß. Auf dem Programm stand eine Begegnung gegen eine zusammengewürfelte Männermannschaft des SV Sachsen 90, die am Ende erwartungsgemäß eine klare Angelegenheit für die Gastgeber aus Werdau wurde. Sie gewannen 22:14 (14:7), was aber aufgrund der unterschiedlichen Voraussetzungen der Spieler mehr als nur eine Nebensache war. „Das ist absolut toll, dass uns der Verein aus Werdau die Chance zu solch einem Spiel gibt“, freute sich Frank Antrack, der bereits beim ersten Vergleich gegen die Sachsen-Handballer vor zwei Jahren dabei war. Damals verlor das Team aus der „Lebensbrücke“ lediglich mit 19:24, was für die Frauen und Männer schon damals ein Erfolg war. „Es gibt leider nur wenige Vereine, die uns nehmen wie wir sind“, bedauert Frank Antrack. Der 46-Jährige gehört neben Kapitän Jens Chucher und Torhüter Silvio Wiesner zu den Leistungsträgern seiner Mannschaft, was er am Samstag öfters beweisen und seinen Mannschaftskollegen Silvio Wiesner – der 50-Jährige hütete den Kasten der Werdauer – einige Male überwinden konnte. „Trotzdem hat mir dieses Spiel sehr gut gefallen“, schätzte der Schlussmann die Begegnung kurz und knapp ein. Im Kasten der „Lebensbrücke“ stand der Werdauer Holger Quietzsch, der von seinen Mannschaftskollegen unter Beschuss genommen wurde.

„Meine Mannschaft hat sich auf dieses Spiel gefreut“, sagte „Lebensbrücke“-Trainer Paul Müller, der sich seit letztem Sommer im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres um die behinderten Handballer kümmert. Trainiert wird in der Regel einmal in der Woche, woran sich auch vor dem Spiel gegen die Werdauer Männer nichts änderte.

Die Partnerschaft zwischen dem SV Sachsen 90 Werdau und der „Lebensbrücke“ kam 2007 auf Initiative des damaligen Trainers Michael Fischer zustande. Er hatte durch die Sportlerehrung der Stadt Werdau von dieser Mannschaft erfahren und den Kontakt zur Behindertenwerkstatt in Langenhessen aufgenommen. Fischer wollte zeigen, dass Handball auch von Menschen mit einem Handicap gespielt werden kann. Mit Daniel Neumann hat inzwischen ein Spieler aus der Werkstatt den Sprung in die 1. Mannschaft des SV Sachsen 90 geschafft. (tmp)